Verein zur Pflege der Denkmäler und der lokalen Kultur
in Neustift am Walde und Salmannsdorf

Die historische Johann Straussglocke erklingt wieder

Die Sebastiankapelle wurde um 1761 errichtet und gehörte zum sogenannten Herrenhaus in der Dreimarksteingasse 13, heute 12A. Der Neustifter Pfarrer Heinrich Sagner schrieb 1813 von zwei kleinen Glöcklein im hölzernen Turm der Kapelle in der Dreimarksteingasse.
Johann Strauss Vater verbrachte in den Jahren 1829 bis 1832 die Sommer in Salmannsdorf und wohnte gegenüber der Kapelle im Hause eines Verwandten seiner Frau, im heute berühmten Strausshäuschen. Der Walzerkönig hatte anscheinend eine innige Beziehung zu den Salmannsdorfern, stiftete er doch eine neue Glocke für die Kapelle, die zwar nicht zu hl. Messen aber zu Andachten einlud.
Als 1917, mitten ersten Weltkrieg, der Gemeinderat dem Kriegsministerium zusagte, beide Glocken der Kapelle zur Verfügung zu stellen, waren sie in Gefahr eingeschmolzen zu werden. Anscheinend war dann doch der historische Wert der „Straussglocke” so groß, dass nur die andere Glocke demontiert wurde.
Als Anfang 2022 die Straussglocke aus dem Jahre 1832 nicht mehr erklang, war nach einer Kontrolle sehr bald klar, dass eine komplette Sanierung durchgeführt werden muss. Nach Verhandlungen mit dem Kapelleneigentümer, der Magistratsabteilung 34, und dem Bundesdenkmalamt wurden alle Details festgelegt. Der Verein DENK*MAL übernahm die Kosten für die Sanierung und unser Obmann Hannes Trinkl half tatkräftig bei der Montage mit. Die Glocke wurde mit einem sogenannten „berührungslosen Linearantrieb”, einem neuen Rundballenknöppel und einem neuen Holzjoch versehen.
Nach der Segnung in der Neustifter Kirche konnte die Straussglocke am 11. Oktober wieder in Salmannsdorf erklingen.





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